
Herceg Novi / Serbien-Montenegro (13.-23.9.05) - Ein Rückblick
 li. das Plaza Hotel in Herceg Novi, re. die begehrten Pokale
Felix erspielte sich mit diesem 6. Platz bei der Europameisterschaft seinem ersten wirklich großen internationalen Erfolg. Er war damit einziger Deutscher der sich unter den TOP-Ten seiner Altersklasse platzieren konnte.
Die Gegnerschaft war schwer und nicht auszurechnen. Hier kommt in der Altersklasse der unter 12-jährigen klar zum Tragen, dass die meisten Spieler noch nicht allzu oft international aufgetreten sind und dass deshalb ihre ELO-Zahlen wenig representativ sind. Somit ist jeder Gegner sehr ernst zu nehmen und schwer einzuschätzen.
Mit den erzielten 6,5 Punkten aus 9 Partien (stets in der Spitze mitkämpfend) kann Felix und können seine Trainer wirklich zu frieden sein.

In der Auswertung resümiert der Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler: „Das Glanzstück lieferte Felix Graf in der U12 mit Platz 6. Besonders schmerzlich die unnötige Niederlage in Runde 4 gegen den späteren Zweiten!“
Lassen wir abschließend mit ein paar Eindrücke einer weiteren Dresdnerin, Marias Schöne [18] die Atmosphäre einfangen: „Am Montag, den 12.9., traf sich die deutsche Delegation, bestehend aus 13 Spielern, vier Trainern, drei Müttern und einem Vater, 18 Uhr am Nürnberger Hauptbahnhof, um mit dem Bus zur diesjährigen Jugend-Europameisterschaft aufzubrechen. Die Busfahrt, welche uns über Österreich, Slowenien und Kroatien nach Montenegro führte, wurde versucht, mit DVD-Schauen (u.a. Mr. & Mrs. Smith oder Traumschiff Surprise) sowie Skat- und Doppelkopf-Sessions zu überstehen. Der Versuch zu schlafen, scheiterte bei vielen: zum einen können manche Menschen im Bus einfach nicht schlafen und zum anderen machten wir alle zwei Stunden eine Pause, die immer durch's Mikrofon angesagt wurde.
Am 13.9. kamen wir schließlich gegen 15 Uhr in unserem Hotel namens Plaza an. Nach dem anschließenden Fotoshooting für unsere "EM-Ausweise" (welche nach 21 Stunden Fahrt nicht wirklich toll aussahen) und einem verspäteten Mittagessen bezogen wir unsere Zimmer und legten uns bis zum Abendessen bzw. der Eröffnungszeremonie schlafen. Die Nächte in unserer neuen Umgebung waren gewöhnungsbedürftig: von irgendwoher tönte stets laute serbische Volksmusik, welche man auch bei geschlossenem Fenster hörte und es dauerte einige Nächte, bis wir uns daran gewöhnt hatten.
Die erste Runde begann am 14.9. wie angekündigt 16 Uhr und auch an den anderen Tagen wurden die Partien immer pünktlich 15 Uhr begonnen. Auch bei dieser EM gab es die üblichen Zwischenfälle: ab und zu ein Handyklingeln, was mit sofortigem Partieverlust bestraft wurde. Nach zehn Minuten mussten alle Zuschauer den jeweiligen Spielsaal verlassen, was die Schiedsrichter auch relativ streng überwachten; nur der "head of delegation" (in unserem Falle Bernd Vökler) durfte die ganze Zeit nach den Partien schauen. Noch ein paar allgemeine Worte zu Wetter & Essen: die Regentage konnte man locker an einer Hand abzählen und es war mitunter so heiß, dass manche deutsche Spieler mit T-Shirt im Meer badeten, damit sie sich keinen Sonnenbrand holten. Das Buffet hatte eine große Auswahl zu bieten und wenn man vom Obst, dem Eis oder den verschiedenen Fleischsorten genug hatte, gab es im Notfall immer Pommes und Spaghetti. Die Quote der Bauchkrämpfe oder anderer körperlicher Leiden z.B. aufgrund des Leitungswassers, was es immer beim Essen und während den Runden gab, war ziemlich gering bzw. anders ausgedrückt: man gewöhnte sich mit der Zeit an die Verdauungsstörungen; jedenfalls musste diesmal kein Arzt aufgesucht werden. Zusammenfassend kann man sagen, dass wir alle die knapp zwei Wochen in Montenegro genossen haben; manch Deutscher gab auch offen zu, dass er traurig sei, dass es schon wieder nach Hause ginge. Mit unserer diesmal recht kleinen, überschaubaren deutschen Delegation (z.B. im Gegensatz zu den Russen mit 75 Spielern) war es ein schönes Erlebnis, an das wir uns gern zurück erinnern.“
Dr. Dirk Jordan
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